RAD-140, MK-677 und YK-11: drei Substanzen, ein Set
In Fitnessforen tauchen RAD-140, MK-677 und YK-11 oft gemeinsam auf. Man spricht dann von einem „Stack“, also einer Kombination mehrerer Substanzen. Auf den ersten Blick wirken die drei wie Verwandte. Tatsächlich unterscheiden sie sich jedoch stark in Aufbau, Wirkweise und Forschungsstand.
Dieser Artikel stellt jede der drei Substanzen einzeln vor. Danach geht es um die wichtigste Frage bei jeder Kombination: Was passiert, wenn sich Wirkungen und Risiken überlagern? Außerdem erfahren Sie, wie die Rechtslage in Deutschland aussieht. Alles ist so erklärt, dass auch Einsteiger ohne medizinisches Vorwissen folgen können.
Eine Sache vorweg: Diese Kombination wurde nie wissenschaftlich untersucht. Es gibt keine einzige Studie, in der Menschen oder Tiere alle drei Stoffe gemeinsam erhalten haben. Alles, was sich über das Zusammenspiel sagen lässt, beruht auf den Einzelprofilen und auf grundlegender Pharmakologie.
Überblick: Wer ist wer im Stack?
Bevor wir ins Detail gehen, hilft ein kurzer Vergleich. Die Tabelle zeigt, dass nur zwei der drei Stoffe am selben Rezeptor wirken. Der dritte nutzt einen völlig anderen Weg.
| Substanz | Gruppe | Wirkweg | Forschungsstand |
|---|---|---|---|
| RAD-140 | Nichtsteroidaler SARM | Aktiviert den Androgenrezeptor | Frühe Studie am Menschen (Brustkrebs) |
| MK-677 | Wachstumshormon-Sekretagogum | Regt über den Ghrelin-Rezeptor die Wachstumshormon-Ausschüttung an | Mehrere klinische Studien, keine Zulassung |
| YK-11 | Steroidaler Androgenrezeptor-Modulator | Aktiviert den Androgenrezeptor teilweise, beeinflusst Follistatin | Nur Zell- und Tierversuche |
RAD-140 (Testolon, Vosilasarm)
RAD-140 wurde vom US-Unternehmen Radius Health entwickelt. Im Fitnessbereich ist es unter dem Namen Testolon bekannt, in der Medizinforschung inzwischen als Vosilasarm. Es gehört zu den nichtsteroidalen SARMs. Diese Stoffe sollen den Androgenrezeptor vor allem in Muskeln und Knochen aktivieren und andere Gewebe wie die Prostata weniger stark ansprechen.
Wofür wurde RAD-140 erforscht?
Anfangs untersuchten die Forscher RAD-140 als möglichen Wirkstoff gegen Muskelschwund. In Tierversuchen mit Affen und Ratten baute es Muskelmasse auf und wirkte auf die Prostata schwächer als Testosteron. Später verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Krebsforschung. Bei bestimmten Formen von Brustkrebs kann eine Aktivierung des Androgenrezeptors das Tumorwachstum bremsen.
Eine Phase-I-Studie testete RAD-140 deshalb bei Frauen mit fortgeschrittenem, hormonempfindlichem Brustkrebs. Phase I bedeutet: Es ging vor allem um Verträglichkeit und Dosisfindung bei einer kleinen Gruppe schwerkranker Patientinnen. In dieser Studie traten unter anderem Erhöhungen der Leberwerte auf. Für gesunde Menschen liegen keine Studiendaten vor.
Bekannte Risiken von RAD-140
- Leber: In der medizinischen Literatur sind mehrere Fälle von Leberschäden nach der Einnahme von RAD-140-Produkten beschrieben, teils mit Gelbsucht.
- Hormonachse: Als starker Aktivator des Androgenrezeptors drosselt RAD-140 vermutlich die körpereigene Testosteronbildung.
- Blutfette: Bei SARMs wurde häufig ein Abfall des schützenden HDL-Cholesterins beobachtet.
- Unbekannte Langzeitfolgen: Es gibt keine Langzeitdaten.
MK-677 (Ibutamoren)
MK-677 wird oft als SARM bezeichnet, ist aber keiner. Es wirkt überhaupt nicht am Androgenrezeptor. MK-677 ahmt stattdessen das körpereigene Hormon Ghrelin nach, das oft „Hungerhormon“ genannt wird. Ghrelin regt nicht nur den Appetit an, sondern auch die Ausschüttung von Wachstumshormon aus der Hirnanhangdrüse. In der Folge steigt in der Leber die Bildung von IGF-1, einem Botenstoff, der viele Wachstumsprozesse vermittelt.
Was zeigen die Studien zu MK-677?
Das Pharmaunternehmen Merck entwickelte MK-677 in den 1990er-Jahren. Anders als viele Forschungssubstanzen wurde es am Menschen untersucht. Eine bekannte Studie lief über zwei Jahre mit älteren Erwachsenen. Dabei stiegen Wachstumshormon und IGF-1 deutlich an, und die fettfreie Körpermasse nahm zu. Allerdings stiegen auch der Nüchternblutzucker an, und die Insulinempfindlichkeit sank.
Eine weitere Studie mit älteren Patienten nach Hüftbruch wurde vorzeitig beendet. Unter MK-677 traten häufiger Fälle von Herzschwäche auf als in der Vergleichsgruppe. Ob ein ursächlicher Zusammenhang besteht, blieb offen. Für die Sicherheitsbewertung ist dieser Befund aber wichtig. Eine Zulassung als Arzneimittel hat MK-677 bis heute nicht erhalten.
Bekannte Risiken von MK-677
- Blutzucker: erhöhter Nüchternblutzucker und verminderte Insulinempfindlichkeit.
- Appetit: deutlich gesteigertes Hungergefühl.
- Wassereinlagerungen: Schwellungen, etwa an Händen und Füßen.
- Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Taubheitsgefühle, zum Beispiel im Sinne eines Karpaltunnelsyndroms.
- Herz: Hinweise auf ein mögliches Risiko für Herzschwäche bei vorbelasteten Menschen.
YK-11
YK-11 wird im Handel fast immer als SARM verkauft. Chemisch ist das irreführend. Das Molekül leitet sich von Dihydrotestosteron (DHT) ab und besitzt das typische Grundgerüst eines Steroids. Japanische Forscher beschrieben es 2011 als teilweisen Aktivator des Androgenrezeptors.
Was weiß man über YK-11?
Bekannt wurde YK-11 durch eine Zellstudie aus dem Jahr 2013. Darin regte es in Muskelvorläuferzellen aus der Maus die Bildung von Follistatin an. Follistatin hemmt Myostatin, einen körpereigenen Stoff, der das Muskelwachstum bremst. Diese Beobachtung stammt jedoch aus der Zellkultur, nicht aus einem lebenden Organismus.
Darüber hinaus gibt es nur wenige Tierversuche. Zur Aufnahme, Verteilung und zum Abbau im menschlichen Körper fehlen Daten fast vollständig. Dopinglabore haben gezeigt, dass YK-11 im Körper in zahlreiche Abbauprodukte zerfällt. Wie sicher es ist und in welcher Menge es überhaupt wirkt, ist nicht bekannt.
Bekannte und mögliche Risiken von YK-11
- Hormonachse: Als Androgen dürfte YK-11 die körpereigene Testosteronbildung unterdrücken.
- Leber: Daten fehlen. Das steroidale Grundgerüst macht eine Belastung jedoch plausibel.
- Androgene Effekte: Akne, Haarausfall und Prostataeffekte sind denkbar.
- Unbekanntes Profil: Ohne Studien am Menschen bleiben viele Risiken im Dunkeln.
Kurz erklärt: RAD-140 und YK-11 wirken beide am Androgenrezeptor, der eine nichtsteroidal, der andere steroidal. MK-677 arbeitet über einen ganz anderen Weg, nämlich über Wachstumshormon und IGF-1. Damit greift die Kombination gleich in zwei große Hormonsysteme ein.
Warum werden solche Stacks überhaupt angeboten?
Kombinationen sind im Fitnessbereich beliebt, weil sie nach mehr Wirkung klingen. Die Logik dahinter lautet oft: Wenn ein Stoff hilft, helfen drei Stoffe noch mehr. In der Pharmakologie funktioniert das jedoch selten so einfach. Zugelassene Kombinationspräparate durchlaufen eigene Studien, bevor sie auf den Markt kommen. Dabei prüfen Forscher gezielt, ob sich die Stoffe vertragen und ob die Kombination einen Vorteil gegenüber den Einzelstoffen bietet.
Bei diesem Stack hat es eine solche Prüfung nie gegeben. Die Zusammenstellung beruht auf Erfahrungsberichten und Marketing, nicht auf Daten. Dazu kommt, dass viele Berichte aus Foren auf Produkten basieren, deren Inhalt nie kontrolliert wurde. Wer solche Berichte liest, sollte sie deshalb mit Vorsicht betrachten.
Wie wirken die drei Substanzen zusammen?
Hinter einer Kombination steckt meist die Annahme, dass sich die Wirkungen ergänzen. Für die Risiken gilt das jedoch genauso. Weil die Kombination nie untersucht wurde, lassen sich nur begründete Überlegungen anstellen. Drei Arten des Zusammenspiels sind dabei wichtig.
1. Gleicher Angriffspunkt: RAD-140 und YK-11
Zwei der drei Stoffe aktivieren denselben Rezeptor. Ihre Effekte am Androgenrezeptor addieren sich deshalb voraussichtlich. Das betrifft nicht nur die erwünschten, sondern auch die unerwünschten Wirkungen. Vor allem die Rückmeldung an das Gehirn dürfte stärker ausfallen. Die Folge wäre eine ausgeprägtere Unterdrückung der körpereigenen Hormonbildung als bei einem Stoff allein.
2. Verschiedene Systeme mit gemeinsamen Zielorganen
MK-677 wirkt zwar über einen anderen Weg. Am Ende treffen sich die Effekte aber in denselben Organen. Herz, Gefäße, Leber und Stoffwechsel reagieren auf Androgene ebenso wie auf Wachstumshormon und IGF-1. Wenn SARMs das HDL-Cholesterin senken und MK-677 gleichzeitig den Blutzucker erhöht, belasten beide das Herz-Kreislauf-System von zwei Seiten.
3. Unbekannte Wechselwirkungen im Stoffwechsel
Alle drei Stoffe werden vermutlich über die Leber abgebaut. Welche Enzyme dabei genau beteiligt sind, ist für YK-11 und teils auch für RAD-140 nicht ausreichend erforscht. Ob sich die Stoffe gegenseitig im Abbau beeinflussen, ist daher unbekannt. Theoretisch könnten Spiegel höher oder länger wirksam sein als erwartet.
Wie sich die Risiken addieren
Die folgende Tabelle zeigt, in welchen Bereichen sich die Risiken der drei Substanzen überschneiden. Je mehr Häkchen in einer Zeile stehen, desto stärker kann sich ein Risiko aufsummieren.
| Risikobereich | RAD-140 | MK-677 | YK-11 | Einschätzung für die Kombination |
|---|---|---|---|---|
| Unterdrückung der Testosteronbildung | ✓ | – | ✓ | Voraussichtlich verstärkt |
| Leberbelastung | ✓ (Fallberichte) | unklar | möglich | Erhöhtes Risiko, besonders bei Vorerkrankungen |
| Blutfette (HDL sinkt) | ✓ | – | möglich | Ungünstig für Herz und Gefäße |
| Blutzucker und Insulin | – | ✓ | unklar | Zusätzliche Belastung des Stoffwechsels |
| Wassereinlagerungen und Blutdruck | möglich | ✓ | möglich | Mehrbelastung für das Herz |
| Androgene Effekte (Haut, Haare, Prostata) | ✓ | – | ✓ | Voraussichtlich verstärkt |
| Langzeitfolgen | unbekannt | teilweise bekannt | unbekannt | Völlig unerforscht |
Herz und Kreislauf: der kritischste Punkt
Besonders genau sollte man auf das Herz-Kreislauf-System schauen. Hier treffen mehrere Belastungen zusammen: sinkendes HDL-Cholesterin, steigender Blutzucker, Wassereinlagerungen und möglicherweise ein höherer Blutdruck. Jeder dieser Faktoren gilt für sich als Risikofaktor. Gemeinsam können sie sich gegenseitig verstärken. Die Hinweise auf Herzschwäche aus der MK-677-Studie machen diesen Punkt noch bedeutsamer.
Die Leber: mehrere Belastungen auf einmal
Für RAD-140 sind Leberschäden durch Fallberichte belegt. Bei YK-11 fehlen Daten, doch das steroidale Gerüst lässt eine Belastung möglich erscheinen. Wenn mehrere Stoffe gleichzeitig über die Leber abgebaut werden, steigt die Gesamtbelastung. Warnzeichen wie gelbliche Haut oder Augen, dunkler Urin, heller Stuhl, Juckreiz oder Schmerzen im rechten Oberbauch sind ein Fall für den Notarzt oder die Notaufnahme.
Die Hormonachse: doppelte Bremse
RAD-140 und YK-11 senden beide das Signal „genug Androgene“ an das Gehirn. Das Gehirn reagiert, indem es LH und FSH herunterfährt. Die Hoden bilden dann weniger Testosteron und weniger Spermien. Nach dem Absetzen fehlt den Betroffenen oft das körpereigene Testosteron, weil die Achse noch gedrosselt ist. Typische Folgen sind Müdigkeit, Libidoverlust, Erektionsprobleme und gedrückte Stimmung. Wie lange die Erholung dauert, lässt sich nicht vorhersagen.
Wer verursacht welche Nebenwirkung?
Ein oft übersehenes Problem jeder Kombination ist die Zuordnung. Treten Beschwerden auf, lässt sich kaum sagen, welcher Stoff sie auslöst. Das erschwert auch die ärztliche Behandlung. Ein Arzt muss im Zweifel alle drei Substanzen als mögliche Ursache betrachten. Deshalb ist es so wichtig, im Notfall offen zu sagen, was eingenommen wurde.
Wichtig: Wir geben auf dieser Seite bewusst keine Angaben zu Dosierung, Einnahme, Kombinationsschemata oder Kuren. Für keine der drei Substanzen gibt es eine für gesunde Menschen geprüfte Dosis, und für die Kombination existieren überhaupt keine Daten. Wer bereits Beschwerden hat, sollte ärztliche Hilfe suchen.
Produktqualität: drei Substanzen, drei Fehlerquellen
Laboranalysen von online gekauften SARM-Produkten haben wiederholt gezeigt, dass viele Etiketten nicht stimmen. Häufig war die Wirkstoffmenge falsch, manchmal steckte ein anderer Stoff darin oder gar keiner. Bei einem Set mit drei Substanzen verdreifacht sich diese Unsicherheit. Jede einzelne Komponente kann falsch deklariert oder verunreinigt sein.
Für Labore heißt das: Zu jeder Substanz gehört ein eigenes Analysezertifikat für genau diese Charge. Es sollte von einem unabhängigen Prüflabor stammen und die Methode nennen, zum Beispiel HPLC oder Massenspektrometrie. Die Chargennummer auf dem Zertifikat muss mit der auf dem Etikett übereinstimmen. Bei Kombikapseln ist zudem wichtig, dass das Zertifikat alle drei Wirkstoffe und ihre Mengen getrennt ausweist.
Wer besonders gefährdet wäre
Für einige Menschen wären die beschriebenen Risiken besonders hoch. Dazu gehören:
- Menschen mit Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder erhöhten Blutfetten,
- Menschen mit Diabetes, Prädiabetes oder starkem Übergewicht,
- Menschen mit Lebererkrankungen oder regelmäßigem Alkoholkonsum,
- Männer mit Kinderwunsch,
- Menschen mit Krebserkrankungen in der Vorgeschichte, da Wachstumshormon und IGF-1 Zellwachstum fördern,
- Jugendliche, deren Hormonsystem sich noch entwickelt,
- Frauen, bei denen androgene Stoffe vermännlichende und teils bleibende Veränderungen auslösen können, sowie Schwangere und Stillende.
Rechtslage in Deutschland und der EU
Keine Zulassung als Arzneimittel
Keine der drei Substanzen besitzt in Deutschland, der EU oder den USA eine Arzneimittelzulassung. Nach dem Arzneimittelgesetz (AMG) gilt ein Stoff als Arzneimittel, wenn er Körperfunktionen beim Menschen beeinflussen soll. Ohne Zulassung darf ein solches Mittel nicht in Verkehr gebracht werden. Die Kennzeichnung „nur für Forschungszwecke“ beschreibt deshalb die einzige zulässige Verwendung.
Keine Nahrungsergänzungsmittel
SARMs und Wachstumshormon-Sekretagoga dürfen in der EU nicht als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. Behörden und Zoll gehen regelmäßig gegen solche Angebote vor. Über das europäische Schnellwarnsystem werden entsprechende Produkte immer wieder gemeldet.
Anti-Doping-Gesetz und WADA
Die WADA führt alle drei Substanzen auf ihrer Verbotsliste. RAD-140 und YK-11 fallen unter die anabolen Wirkstoffe der Klasse S1. MK-677 gehört als Wachstumshormon-Sekretagogum zur Klasse S2. Alle drei sind im Wettkampf und im Training jederzeit verboten, und Dopinglabore können sie nachweisen. Das deutsche Anti-Doping-Gesetz stellt Handel und Weitergabe von Dopingmitteln unter Strafe, für organisierte Wettkampfsportler auch die Anwendung. Welche Einzelstoffe genau erfasst sind, regelt die Anlage des Gesetzes in ihrer jeweils aktuellen Fassung.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Abschnitt bietet eine allgemeine Orientierung und ist keine Rechtsberatung. Gesetze und Stofflisten ändern sich regelmäßig. Für eine verbindliche Auskunft wenden Sie sich bitte an einen Anwalt oder die zuständige Behörde.
Lagerung und Handhabung
Alle drei Substanzen sollten kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert werden. Behälter bleiben fest verschlossen und eindeutig beschriftet, damit keine Verwechslungen entstehen. Gerade bei einem Set ist eine klare Kennzeichnung wichtig. Kinder und Unbefugte dürfen keinen Zugang haben. Im Labor gehören Schutzhandschuhe und saubere Arbeitsflächen zum Standard.
Häufige Fragen zum RAD-140 + MK-677 + YK-11 Stack
Sind alle drei Substanzen SARMs?
Nein. Nur RAD-140 ist ein klassischer, nichtsteroidaler SARM. YK-11 ist chemisch ein Steroid, das am Androgenrezeptor wirkt. MK-677 wirkt über den Ghrelin-Rezeptor und regt die Ausschüttung von Wachstumshormon an.
Wurde diese Kombination jemals untersucht?
Nein. Es gibt keine Studie, in der die drei Stoffe gemeinsam getestet wurden. Aussagen über das Zusammenspiel beruhen auf den Einzelprofilen.
Ist eine Kombination sicherer als hohe Mengen eines einzelnen Stoffes?
Dafür gibt es keinen Beleg. Weil sich die Risiken in mehreren Bereichen überschneiden, ist eher mit einer höheren Gesamtbelastung zu rechnen.
Welche Substanz ist am besten erforscht?
MK-677 wurde in mehreren klinischen Studien am Menschen untersucht. Zu RAD-140 gibt es eine frühe Studie bei Krebspatientinnen. YK-11 wurde nur in Zellkulturen und wenigen Tierversuchen getestet.
Kann man die Substanzen bei Dopingtests nachweisen?
Ja. Für alle drei Stoffe existieren Nachweisverfahren. Positive Tests auf SARMs und MK-677 haben bereits zu zahlreichen Sperren geführt.
Sind die Substanzen in Deutschland legal?
Keine der drei ist als Arzneimittel zugelassen, und keine darf zur Anwendung am Menschen verkauft werden. Zu Dopingzwecken greift außerdem das Anti-Doping-Gesetz.
Fazit
RAD-140, MK-677 und YK-11 werden oft in einem Atemzug genannt, sind aber grundverschieden. RAD-140 ist ein SARM aus der Krebsforschung, MK-677 ein Wachstumshormon-Sekretagogum mit bekannten Stoffwechselrisiken, und YK-11 ein kaum erforschtes Steroid. Gemeinsam ist ihnen, dass keiner der drei Stoffe zugelassen ist.
Eine Kombination macht die Lage nicht einfacher, sondern unübersichtlicher. Risiken für Hormonachse, Leber, Herz und Stoffwechsel können sich überlagern und verstärken. Gleichzeitig wird es schwieriger, Nebenwirkungen einem bestimmten Stoff zuzuordnen. Wer sich mit diesem Stack beschäftigt, sollte diese Zusammenhänge kennen und Versprechen aus Foren und Werbung kritisch prüfen.
Haftungsausschluss: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie stellen keine medizinische, pharmazeutische oder rechtliche Beratung dar. RAD-140, MK-677 und YK-11 sind keine Arzneimittel, keine Lebensmittel und keine Nahrungsergänzungsmittel. Sie sind ausschließlich für Labor- und Forschungszwecke bestimmt und nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier vorgesehen. Alle drei Substanzen sind im Sport von der WADA verboten. Alle Angaben ohne Gewähr.



