Methasterone (Superdrol) 10 mg

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Methasteron 10 mg enthält ein synthetisches Steroid aus der Familie des Dihydrotestosterons, das Ende der 1950er-Jahre erstmals beschrieben wurde. Eine Zulassung als Arzneimittel hat es nie erhalten, weder in Deutschland noch anderswo. Bekannt wurde der Stoff erst Mitte der 2000er-Jahre, als er in den USA als vermeintliche Nahrungsergänzung verkauft wurde. Seitdem verbinden ihn medizinische Fallberichte vor allem mit schweren Gallenstauungen der Leber.

Produktspezifikation

WirkstoffMethasteron (auch Methyldrostanolon genannt)
Wirkstoffgehalt10 mg Methasteron je Einheit (laut Etikett)
Chemischer Name17β-Hydroxy-2α,17α-dimethyl-5α-androstan-3-on
Summenformel / MolmasseC21H34O2 / ca. 318,5 g/mol
CAS-Nummer3381-88-2
WirkstoffklasseAnabol-androgenes Steroid, Abkömmling des Dihydrotestosterons (DHT), 17α-methyliert
Nahe VerwandteDrostanolon (gleiches Grundgerüst ohne 17α-Methylgruppe)
Darreichungsform[Tablette oder Kapsel – bitte anpassen]
ApplikationswegOral
HalbwertszeitBeim Menschen nicht in kontrollierten Studien bestimmt; verlässliche Angaben fehlen
AromatisierungNein; als DHT-Abkömmling kann der Stoff nicht zu Östrogen umgebaut werden
5α-ReduktionEntfällt; das Molekül ist bereits 5α-reduziert
LeberbelastungHoch; mehrere veröffentlichte Fallserien beschreiben cholestatische Leberschäden mit wochenlanger Gelbsucht, teils mit Nierenversagen
Medizinische ZulassungKeine; der Stoff wurde nie als Arzneimittel vermarktet
Historischer VertriebAb 2005 in den USA als „Designer-Supplement“ verkauft, teils unter der Bezeichnung Superdrol; dort seit 2014 als kontrollierte Substanz eingestuft
Packungsgröße[z. B. 60 Einheiten – bitte anpassen]
LagerungKühl, trocken und vor Licht geschützt lagern; außer Reichweite von Kindern
Rechtsstatus (DE)Kein zugelassenes Arzneimittel (AMG); als Nahrungsergänzung in der EU nicht verkehrsfähig; in der Anlage zum AntiDopG aufgeführt; auf der WADA-Verbotsliste jederzeit untersagt

Alle Angaben beschreiben den Wirkstoff rein sachlich. Sie stellen keine Anwendungsempfehlung dar und ersetzen kein Gespräch mit Ärztin, Arzt oder Apotheke.

Methasteron 10 mg hat eine ungewöhnliche Biografie. Die meisten Steroide, über die heute gesprochen wird, waren irgendwann einmal Medikamente. Sie wurden in Kliniken getestet, in Apotheken verkauft und später wegen ihrer Nebenwirkungen zurückgezogen. Methasteron hat diesen Weg nie genommen. Es blieb jahrzehntelang eine Randnotiz in chemischen Fachzeitschriften, bis es plötzlich in Dosen mit buntem Etikett auftauchte, neben Proteinpulver und Vitaminen.

Diese Seite erzählt, wie es dazu kam und was die Medizin seither über den Stoff gelernt hat. Vieles davon stammt nicht aus Studien, sondern aus Krankenakten von Menschen, die mit Gelbsucht in Notaufnahmen kamen. Wir erklären die Chemie in einfachen Worten, ordnen die Fallberichte ein und zeigen, was in Deutschland rechtlich gilt. Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Was es ist: ein synthetisches Steroid, abgeleitet vom Dihydrotestosteron (DHT), mit zwei zusätzlichen Methylgruppen.
  • Zulassung: keine, zu keinem Zeitpunkt und in keinem Land.
  • Bekannt geworden: ab 2005 als „Nahrungsergänzung“ in den USA, obwohl es sich um ein vollwertiges Steroid handelt.
  • Hauptproblem: schwerer Gallenstau in der Leber, in Einzelfällen mit Nierenversagen.
  • Datenlage: keine kontrollierten Studien am Menschen, nur Tierversuche und Fallberichte.
  • Rechtslage: in Deutschland nicht verkehrsfähig, im Anti-Doping-Gesetz aufgeführt.

Zwei Methylgruppen, zwei Folgen

Um Methasteron zu verstehen, hilft ein Blick auf seinen Ausgangsstoff. Dihydrotestosteron entsteht im Körper aus Testosteron. Es wirkt besonders stark auf Haut, Haarwurzeln und Prostata. Chemiker haben dieses Molekül an zwei Stellen verändert, und jede Veränderung hat eine eigene Wirkung.

Die Methylgruppe an Position 2

An Kohlenstoff 2 sitzt bei Methasteron eine kleine Methylgruppe. Dieselbe Veränderung findet sich bei Drostanolon, einem Steroid, das früher als Spritze gegen Brustkrebs eingesetzt wurde. Sie schützt das Molekül vor einem Enzym, das DHT im Muskelgewebe rasch abbaut. Dadurch bleibt der Stoff dort länger aktiv. Methasteron ist also, vereinfacht gesagt, Drostanolon mit einer weiteren Ergänzung.

Die Methylgruppe an Position 17

Die zweite Methylgruppe sitzt an Kohlenstoff 17. Sie ist der Grund, warum der Stoff überhaupt als Tablette wirkt. Ohne sie würde die Leber das Molekül beim ersten Durchgang fast vollständig zerlegen. Mit ihr übersteht es diesen Weg. Der Preis dafür ist bei allen sogenannten 17α-alkylierten Steroiden ähnlich: Die Leber wird stark beansprucht. Bei Methasteron scheint dieser Preis besonders hoch zu sein.

Zum Merken: Die Methylgruppe an Position 2 betrifft vor allem die Wirkung im Muskel. Die Methylgruppe an Position 17 betrifft vor allem die Leber. Beide zusammen ergeben ein Molekül, das stark wirkt und schwer verdaulich ist, im wörtlichen Sinn.

Kein Östrogen, aber auch kein Freifahrtschein

Als DHT-Abkömmling fehlt Methasteron die Doppelbindung, die die Aromatase für den Umbau zu Östrogen benötigt. Im Internet wurde das oft als Vorteil dargestellt. Tatsächlich fehlen damit nur bestimmte Nebenwirkungen, andere bleiben. Die androgene Wirkung auf Haut, Haare und Prostata ist bei einem DHT-Abkömmling sogar naheliegend. Zudem ist Östrogen beim Mann nicht nur ein Störfaktor, sondern wichtig für Knochen, Blutfette und Libido.

Vom Fachartikel ins Supplement-Regal

Die Geschichte von Methasteron lässt sich in drei Abschnitte gliedern. Sie zeigt gut, wie eine Gesetzeslücke einen vergessenen Laborstoff zum Verkaufsschlager machen konnte.

1950er-Jahre: ein Eintrag in der Forschungsliteratur

Ende der 1950er-Jahre suchten Pharmafirmen intensiv nach Steroiden, die Muskeln aufbauen, aber möglichst wenig vermännlichend wirken. Forscher stellten dafür hunderte Varianten her und prüften sie an Ratten. Methasteron war eine davon. In diesen Tierversuchen fiel es durch eine starke Wirkung auf einen bestimmten Muskel und eine vergleichsweise schwache Wirkung auf die Geschlechtsorgane auf. Trotzdem wurde nie ein Medikament daraus. Warum, ist nicht genau dokumentiert. Vermutlich gab es schlicht andere Kandidaten, die vielversprechender erschienen.

2005: Wiederentdeckung als „Designer-Supplement“

In den USA trat Anfang 2005 eine Verschärfung des Steroidgesetzes in Kraft. Sie verbot eine ganze Reihe von sogenannten Prohormonen, die bis dahin frei verkauft wurden. Methasteron stand nicht auf der Liste, weil es nie ein Arzneimittel gewesen war und kaum jemand es kannte. Genau diese Lücke nutzten Anbieter. Noch im selben Jahr kam ein Produkt auf den Markt, das unter dem Namen Superdrol bekannt wurde. Auf dem Etikett stand eine ungewohnte chemische Bezeichnung, die selbst Fachleute nicht sofort als Steroid erkannten.

Das Produkt wurde als Nahrungsergänzung beworben, wirkte aber wie ein klassisches anaboles Steroid. Andere Anbieter folgten mit ähnlichen Präparaten. Viele Käufer gingen davon aus, dass ein Produkt aus dem Fachhandel geprüft und sicher sei. Diese Annahme war falsch.

2006 bis 2014: Warnungen, Fallberichte und das Verbot

Ab 2006 gingen US-Behörden mit Warnschreiben gegen einzelne Anbieter vor. Zur gleichen Zeit erschienen die ersten medizinischen Fallberichte über Leberschäden. 2009 warnte die US-Arzneimittelbehörde FDA öffentlich vor dutzenden Bodybuilding-Produkten mit versteckten Steroiden. Endgültig geschlossen wurde die Lücke erst 2014: Ein neues Gesetz gegen Designer-Steroide stufte Methasteron in den USA ausdrücklich als kontrollierte Substanz ein.

ZeitraumEreignisBedeutung
Ende 1950erErstbeschreibung und TierversucheKeine klinische Entwicklung, keine Zulassung
2005Verkauf als Nahrungsergänzung in den USAEin ungeprüftes Steroid erreicht den Massenmarkt
Ab 2006Behördliche Warnschreiben, erste FallberichteDas Leberrisiko wird sichtbar
2009Öffentliche Warnung der FDAVerbraucher werden breit informiert
2014Einstufung als kontrollierte Substanz (USA)Die Gesetzeslücke ist geschlossen

Was Fallberichte über die Leber zeigen

Für Methasteron gibt es keine Zulassungsstudien und damit keine systematische Erfassung von Nebenwirkungen. Was die Medizin weiß, stammt überwiegend aus Fallberichten. Dabei beschreiben Ärztinnen und Ärzte einzelne Patienten ausführlich, oft mit Laborwerten und Gewebeproben. Einzeln haben solche Berichte begrenzte Aussagekraft. Gemeinsam ergeben sie bei Methasteron jedoch ein auffällig einheitliches Bild.

Das typische Muster

In einer 2008 veröffentlichten Fallserie beschrieb ein US-amerikanisches Ärzteteam vier Männer mit schwerer Gelbsucht nach der Einnahme methasteronhaltiger Produkte. Weitere Berichte aus den Folgejahren ähneln sich stark. Die Betroffenen waren meist junge, sportliche Männer ohne Vorerkrankungen. Wenige Wochen nach Beginn der Einnahme bemerkten sie Juckreiz, Müdigkeit und eine Gelbfärbung von Haut und Augen.

Im Blut zeigte sich fast immer dasselbe: Das Bilirubin stieg stark an, teilweise auf ein Vielfaches des Normalwerts. Die klassischen Leberenzyme waren dagegen oft nur mäßig erhöht. Das spricht für einen Gallenstau, also eine Störung des Gallenabflusses innerhalb der Leber, und weniger für eine Entzündung. Gewebeproben bestätigten das. Sie zeigten Galle, die sich in den feinen Kanälchen der Leber gestaut hatte.

Langsame Erholung

Auffällig war in vielen Berichten die Dauer. Auch nach dem Absetzen blieb die Gelbsucht oft wochen- bis monatelang bestehen. Einige Patienten mussten stationär behandelt werden. Der quälende Juckreiz ließ sich mit Medikamenten nur teilweise lindern. Die meisten erholten sich schließlich, doch der Weg dahin war lang und belastend.

Ein großes US-Register für arzneimittelbedingte Leberschäden hat diese Beobachtung bestätigt. Dort fielen Bodybuilding-Produkte mit versteckten Steroiden als eigene Gruppe auf. Typisch waren junge Männer, ausgeprägte Gelbsucht und ein langwieriger Verlauf. Methasteron gehörte zu den Stoffen, die in solchen Produkten nachgewiesen wurden.

Wann ärztliche Hilfe nötig ist: Gelbe Augen oder Haut, anhaltender Juckreiz am ganzen Körper, bierbrauner Urin, entfärbter Stuhl, Übelkeit oder starke Erschöpfung sind ernste Signale. Sie sollten nicht abgewartet, sondern rasch ärztlich abgeklärt werden. Hilfreich ist es, offen anzugeben, welche Produkte eingenommen wurden.

Wenn die Nieren mitleiden

Einige Fallberichte gehen über die Leber hinaus. Bei sehr hohem Bilirubin kann auch die Niere Schaden nehmen. Fachleute sprechen von einer Gallenzylinder-Nephropathie. Dabei lagern sich Bestandteile der Galle in den feinen Röhrchen der Niere ab und verstopfen sie. Gleichzeitig wirkt das Bilirubin dort direkt schädlich.

Mehrere Patienten mit methasteronbedingtem Gallenstau entwickelten so ein akutes Nierenversagen. Manche benötigten vorübergehend eine Dialyse. In einem Bericht trat zusätzlich eine bestimmte Form der Nierenentzündung auf, die sogenannte IgA-Nephropathie. Ob Methasteron dabei direkt beteiligt war, ist unklar. Deutlich wird aber, dass die Folgen eines schweren Gallenstaus den ganzen Körper betreffen können.

Weitere Wirkungen auf den Körper

Neben Leber und Nieren reagieren weitere Systeme. Da kontrollierte Studien fehlen, beruhen die folgenden Punkte auf dem, was für 17α-methylierte DHT-Abkömmlinge allgemein bekannt ist, und auf Einzelbeobachtungen.

Blutfette und Kreislauf

Orale Steroide gehören zu den stärksten bekannten Senkern des HDL-Cholesterins. Dieses gilt als das „gute“ Cholesterin, weil es Fett aus den Gefäßwänden abtransportiert. Gleichzeitig kann das LDL steigen. Für Herz und Gefäße ist diese Kombination ungünstig, besonders wenn weitere Risikofaktoren wie Rauchen oder Bluthochdruck hinzukommen. Auch ein Anstieg des Blutdrucks wurde unter Methasteron beschrieben.

Die körpereigene Hormonproduktion

Das Gehirn registriert jedes wirksame Androgen im Blut und hält den Bedarf dann für gedeckt. Daraufhin schickt die Hirnanhangdrüse kaum noch Botenstoffe an die Hoden. Diese stellen ihre eigene Testosteronbildung und die Spermienreifung weitgehend ein. Wie schnell sich das nach Methasteron wieder normalisiert, wurde nie untersucht. Bei verwandten Stoffen kann es Wochen bis Monate dauern.

Haut, Haare und Psyche

  • Haut: vermehrte Talgbildung und Akne sind bei DHT-Abkömmlingen häufig.
  • Haare: bei erblicher Veranlagung kann sich der Haarausfall beschleunigen.
  • Prostata: androgene Reize können sie vergrößern oder bestehende Beschwerden verstärken.
  • Stimmung und Schlaf: Reizbarkeit, Unruhe und Schlafprobleme werden in Berichten genannt.
  • Frauen: Stimmvertiefung, Bartwuchs und Zyklusstörungen; die Stimme verändert sich oft dauerhaft.

Was man weiß und was nicht

Bei einem Stoff ohne klinische Entwicklung ist es wichtig, Wissen und Vermutung sauber zu trennen. Die folgende Gegenüberstellung hilft dabei.

FrageStand des WissensQuelle
Chemische StrukturGesichertChemische Fachliteratur seit den 1950er-Jahren
Wirkung im TierBeschrieben, aber nur begrenzt auf Menschen übertragbarÄltere Rattenversuche
Halbwertszeit beim MenschenUnbekanntKeine pharmakologischen Studien
LeberschädenWiederholt dokumentiert, Häufigkeit unbekanntFallberichte, Leberschaden-Register
NierenschädenIn Einzelfällen dokumentiertFallberichte
LangzeitfolgenNicht untersuchtKeine Daten
Nachweis im DopingtestGut erforschtStudien von Anti-Doping-Laboren

Bemerkenswert ist die letzte Zeile. Am gründlichsten untersucht wurde Methasteron nicht von der Medizin, sondern von Dopinglaboren. Sie wollten wissen, welche Abbauprodukte im Urin auftauchen und wie lange sie sich finden lassen.

Typische Missverständnisse

„Es ist ein Prohormon, kein echtes Steroid“

Diese Behauptung war Teil der Vermarktung. Ein Prohormon ist eine Vorstufe, die der Körper erst in ein wirksames Hormon umbauen muss. Methasteron braucht keinen solchen Umbau. Es bindet selbst an den Androgenrezeptor und ist damit ein vollwertiges anabol-androgenes Steroid. Die Bezeichnung „Prohormon“ sollte vor allem den rechtlichen Status verschleiern.

„Gute Werte im Tierversuch bedeuten gute Verträglichkeit“

Die Tierversuche der 1950er-Jahre maßen ein Verhältnis zwischen Muskel- und Geschlechtsorganwirkung bei Ratten. Über Leber, Nieren oder Blutfette beim Menschen sagen diese Zahlen nichts aus. Sie wurden später gern als Werbeargument zitiert, obwohl sie für die Sicherheit keinerlei Bedeutung haben.

„Leberschutzmittel verhindern Schäden“

In Foren werden oft Präparate wie Mariendistel genannt, die die Leber angeblich schützen. Belastbare Belege, dass solche Mittel einen steroidbedingten Gallenstau verhindern, gibt es nicht. Wer sich darauf verlässt, wiegt sich in falscher Sicherheit. Ärztlich behandelt wird ein bereits eingetretener Gallenstau mit anderen Maßnahmen, und auch diese verkürzen den Verlauf nicht immer.

„Was im Laden steht, ist geprüft“

Nahrungsergänzungsmittel durchlaufen in den USA wie in der EU kein Zulassungsverfahren wie Arzneimittel. Die Hersteller sind selbst für die Sicherheit verantwortlich. Der Fall Methasteron zeigt deutlich, wie lange ein gefährlicher Stoff im Handel bleiben kann, bevor Behörden einschreiten.

Laborwerte im Überblick

Wer einen methasteronhaltigen Stoff eingenommen hat und sich ärztlich untersuchen lässt, wird wahrscheinlich auf folgende Werte geprüft.

WertTypische VeränderungEinordnung
Bilirubin (gesamt und direkt)Teils stark erhöhtLeitwert für den Gallenstau, verantwortlich für die Gelbfärbung
Alkalische PhosphataseErhöht, oft weniger als erwartetBei steroidbedingtem Gallenstau mitunter nur leicht verändert
ALT und ASTLeicht bis mäßig erhöhtHinweis auf Leberzellschäden; AST kann auch aus dem Muskel stammen
KreatininBei Nierenbeteiligung erhöhtMisst die Filterleistung der Nieren; bei viel Muskelmasse leicht höher
HDL-CholesterinDeutlich erniedrigtUngünstig für die Gefäße
LH, FSH, TestosteronErniedrigtZeigt die gebremste eigene Hormonbildung

Methasteron im Sport

Methasteron ist auf der Liste der Welt-Anti-Doping-Agentur ausdrücklich mit Namen erfasst, und zwar bei den anabolen Substanzen. Untersagt ist es an Wettkampftagen ebenso wie im Training. Moderne Analysemethoden erfassen nicht nur den Wirkstoff, sondern auch mehrere Abbauprodukte. Gerade in den Jahren nach 2005 wurden Sportlerinnen und Sportler positiv getestet, die angaben, nur ein Supplement eingenommen zu haben. Nach den Regeln des Sports schützt das nicht vor einer Sperre. Wer ein Produkt einnimmt, trägt die Verantwortung für dessen Inhalt.

Rechtliche Situation in Deutschland

In Deutschland ist Methasteron aus mehreren Gründen nicht legal im Handel erhältlich. Die wichtigsten Regelungen im Überblick:

  1. Arzneimittelgesetz (AMG): Es gibt kein zugelassenes Arzneimittel mit Methasteron. Ein Stoff mit solch ausgeprägter hormoneller Wirkung gilt rechtlich als Arzneimittel. Herstellung, Einfuhr und Abgabe ohne Erlaubnis sind daher nicht zulässig.
  2. Lebensmittelrecht: Als Nahrungsergänzungsmittel darf Methasteron in der EU nicht vertrieben werden. Behörden und Gerichte stufen solche Produkte regelmäßig als nicht zugelassene Arzneimittel ein.
  3. Anti-Doping-Gesetz (AntiDopG): Methasteron ist in der Anlage des Gesetzes genannt. Verboten ist unter anderem, den Stoff zu Dopingzwecken im Sport herzustellen, zu handeln oder abzugeben. Strafbar ist es auch, sich eine nicht geringe Menge zu beschaffen oder sie aufzubewahren. Die Grenzwerte dafür regelt eine eigene Verordnung.
  4. Sportrecht: Wer in einem Verein oder Verband an Wettkämpfen teilnimmt, riskiert zusätzlich Sperren nach dem Anti-Doping-Code.

Bestellungen aus dem Ausland ändern daran nichts. Der Zoll kann solche Sendungen sicherstellen, und die Staatsanwaltschaft kann ein Verfahren einleiten.

Häufige Fragen

Ist Methasteron das Gleiche wie Drostanolon?

Nein, aber die beiden sind eng verwandt. Methasteron besitzt zusätzlich eine Methylgruppe an Position 17. Sie macht den Stoff als Tablette wirksam und ist zugleich für die starke Leberbelastung verantwortlich, die bei Drostanolon als Spritze in dieser Form nicht beschrieben ist.

Warum wurde Methasteron nie ein Medikament?

Die genauen Gründe sind nicht überliefert. Der Stoff gehörte zu einer großen Zahl von Steroidvarianten, die in den 1950er- und 1960er-Jahren geprüft wurden. Nur wenige davon schafften es bis zur Zulassung. Methasteron blieb in der Frühphase stecken und wurde daher nie an Patienten getestet.

Kann sich die Leber nach einem Gallenstau vollständig erholen?

In den veröffentlichten Fällen erholten sich die meisten Betroffenen nach Wochen bis Monaten. Die Leber hat eine große Fähigkeit zur Regeneration. Trotzdem sollte die Erholung ärztlich begleitet werden, bis Bilirubin und Leberwerte wieder im Normalbereich liegen.

Ist ein Stoff ohne Östrogenbildung sanfter?

Nein. Das Fehlen der Aromatisierung beseitigt nur eine Gruppe von Nebenwirkungen. Die Belastung von Leber, Blutfetten und Hormonhaushalt bleibt. Bei Methasteron stehen ohnehin die Leberschäden im Vordergrund, und diese haben mit Östrogen nichts zu tun.

Woran erkennt man, ob ein Supplement Steroide enthält?

Für Verbraucher ist das kaum möglich. Etiketten können ungewöhnliche chemische Namen verwenden oder den Inhalt gar nicht nennen. Ein Hinweis können Werbeversprechen sein, die für ein Lebensmittel unrealistisch sind, etwa sehr schneller Muskelaufbau in wenigen Wochen. Sicherheit gibt nur eine Laboranalyse.

Fazit

Methasteron 10 mg steht für einen Wirkstoff, der nie den Weg durch klinische Prüfungen gegangen ist. Er stammt aus der Steroidforschung der 1950er-Jahre, wurde damals nicht weiterentwickelt und tauchte erst durch eine Gesetzeslücke in den USA als angebliche Nahrungsergänzung wieder auf. Was danach folgte, ist in medizinischen Fachzeitschriften gut dokumentiert: schwere, langwierige Gallenstauungen, in Einzelfällen begleitet von Nierenversagen.

Systematische Daten zur Sicherheit gibt es bis heute nicht. In Deutschland ist der Stoff weder als Arzneimittel noch als Lebensmittel verkehrsfähig und im Anti-Doping-Gesetz aufgeführt. Wer nach einer früheren Einnahme Fragen zu Leberwerten, Nierenfunktion oder Hormonen hat, findet Ansprechpartner in der Hausarztpraxis, bei Fachleuten für Innere Medizin oder in der Endokrinologie. Ärztinnen und Ärzte unterliegen der Schweigepflicht.

Medizinischer und rechtlicher Hinweis: Sämtliche Inhalte hier informieren allgemein über den Wirkstoff Methasteron und dienen nicht als Anleitung zur Anwendung. Mengenangaben, Einnahmeschemata und Bezugsquellen sind bewusst nicht enthalten. Bei gesundheitlichen Fragen ist eine Ärztin, ein Arzt oder eine Apotheke die richtige Anlaufstelle. Methasteron hat nirgendwo auf der Welt eine Arzneimittelzulassung erhalten, auch nicht in Deutschland. Herstellen, Einführen oder Abgeben ohne behördliche Erlaubnis verstößt gegen das Arzneimittelgesetz (AMG), und ein Vertrieb als Nahrungsergänzungsmittel ist in der EU unzulässig. Weil das Anti-Doping-Gesetz (AntiDopG) Methasteron in seiner Anlage nennt, stehen außerdem schon Erwerb und Besitz nicht geringer Mengen unter Strafe. Im Wettkampfsport gilt nach dem WADA-Code ein dauerhaftes Verbot. Die Angaben wurden sorgfältig zusammengestellt, können aber unvollständig sein oder sich durch neue Erkenntnisse ändern; für Folgen ihrer Verwendung wird keine Haftung übernommen.